Vor Kurzem habe ich ein Buch über Meditation gelesen. "Vögel fliegen ohne Koffer" von Ajahn Brahm. Ein Buch - vermeintlich geschrieben als Anleitung zum Meditieren - entpuppt sich schon ab den ersten Seiten als Denkanstoss und "Leitfaden" für die Anwendung im Alltag und den Weg in ein unbeschwertes und fröhliches Leben. Ursula Richard bringt in ihrer Einleitung auch meine Gedanken dazu auf den Punkt:
(Zitat) "Was sollen Vögel mit Koffern anfangen? Sie brauchen kein Gepäck, müssen sich nicht mit Lasten beschweren, sondern fliegen vollkommen frei, einfach so, wie sie sind. Was uns bei den Vögeln so absurd erscheint, ist uns selbst aber wohl vertraut. Tag für Tag schleppen wir enorme Lasten mit uns herum - unsere alltäglichen Sorgen und Nöte, unsere Konzepte und Ideen. Wir kommen kaum auf die Idee, dass dieses Gepäck nicht mit uns verwachsen ist, wir es nicht zwingend mit uns herumtragen müssen, sondern wir es auch abstellen und dann frei und beschwingt unseren Weg fortsetzen können. Wir müssten dazu nur unseren Griff lockern und es loslassen. Möglicherweise versetzt uns diese Vorstellung in Angst und Schrecken, da wir so an unser Gepäck gewöhnt sind, dass wir glauben, ohne es wären wir niemand. Ajahn Brahm lädt uns in diesem Buch durch seine wunderbaren Geschichten und klaren Anleitungen zur Meditation ein, Mut zu fassen und das Loslassen auszuprobieren." (Zitatende)
In einer seiner Geschichten lehrt Ajahn Brahm das "Gewahrsein im Augenblick", das bewusste Erleben des Moments, ohne Gedanken an Vergangenheit oder Zukunft. Den Augenblick erleben, wie er ist. Und dann bereit sein für den nächsten Augenblick und den vorherigen vergangen sein lassen. Ich habe es versucht. Es ist nicht leicht. Aber es ist möglich. Und es macht leicht. Für einen Augenblick wird man dann auch zum Vogel ohne Koffer...

Leica M6 - 35mm - Kodak Portra 160 VC